Die Riesterrenten-Lügen
Die Riester-Rente ist nach Ansicht von Experten acht Jahre nach der Einführung kein Erfolgsmodell. Die staatlichen Zulagen landen zu großen Teilen als Gebühren bei den Versicherungen, Fondsgesellschaften oder Banken. Kaum ein Anbieter weist die Kosten der Produkte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aus. Folge: Die Verbraucher können die für sie besten Produkte nicht herausfinden.„Wir haben weniger einen Wettbewerb als eine Lotterie“, sagt der Bamberger Professor Andreas Oehler, der die Riester-Verträge im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) untersucht hat. Eigentlich soll die geförderte Zusatzrente die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus ausgleichen. Das Ziel wurde bei weitem nicht erreicht. Knapp 13 Millionen Förderberechtigte haben zwar mittlerweile einen Vertrag abgeschlossen. Doch bis zu 35 Millionen sollten es sein. Und nach Beobachtungen Oehlers wer-den die Geringverdiener, für die eine Zusatzrente besonders wichtig ist, oft nicht erreicht. Die meisten Versicherten mit Einkommen von weniger als 20 000 Euro seien verheiratete Frauen, stellt der Forscher fest. Zusammen mit dem Gehalt des Mannes zählt diese Gruppe nicht zu den Menschen mit geringem Einkommen. Miserable Noten stellt das Gut-achten den Anbietern aus. „Die Kosten werden im Wettbewerb oftmals verschwiegen“, erläutert Oehler. Dabei ist die Preistransparenz sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nicht einmal jeder zweite Anbieter stellt überhaupt nutzbare Kosteninformationen bereit. Bei 40 Prozent der Verträge gab es gar keine Angaben in Euro
und Cent dazu. Angaben zu Verwaltungskosten waren häufig
unvollständig oder unverständlich. Kosten bei einem
Vertragswechsel wurden oft gar nicht erwähnt. Der Vergleich
der Produkte wird den Sparern damit nahezu unmöglich gemacht. Man sieht es wieder einmal. Der Lug und Betrug lauert überall.
